Breit oder eng? Eckig oder Oval? Wie warm ist warm genug und ab wann wird die Sache zu heiß? Und wie ist es nun mit der Größe, heißt es doch immer size doesn’t matter? Wer einen Schlafsack kaufen möchte, muss sich erst einer Vielzahl von Fragen stellen. Wir liefern die Antworten und versichern gleich vorab: Es gibt für jeden den passenden Schlafbegleiter, der für warme Nächte in freier Natur sorgt!

Formsache.

Rechteckig, Ei oder Mumie – die gängigsten Schlafsackmodelle lassen sich auf diese drei Formen herunterbrechen. Für welchen Vertreter Sie sich schließlich entscheiden, sollte nicht nach ästhetischen Aspekten beurteilt werden, sondern nach persönlichen Vorlieben. Der Klassiker ist der Mumienschlafsack: oben breit wird er im Verlauf nach unten immer enger. Das birgt zwei Vorteile: Die breite Form im Bereich des Oberkörpers ermöglicht viel Bewegungsfreiheit für die Beine, während im schmalen Fußende weniger Volumen erwärmt werden muss. Kalte Füße werden hier rascher warm.
Unruhige Schläfer fühlen sich hingegen in Schlafsäcken mit Eiform häufig am wohlsten, da sie hier mehr Bewegungsfreiheit vorfinden. Modelle mit dieser Form weisen übrigens ebenfalls einen engeren Fußraum auf. Rechteckige Schlafsäcke sind generell nur für sehr milde Temperaturen bzw. in Hütten geeignet.
Tipp: Auch Alter und Geschlecht spielen bei der Formauswahl eine Rolle: So sind etwa Frauenschlafsäcke nicht nur auf die weibliche Anatomie angepasst, sie besitzen auch einen stärker isolierten Fußbereich! Spezielle Kindermodelle wiederum sind so verarbeitet, dass sie mit dem Nachwuchs „mitwachsen“ und ein langjähriges Vergnügen bieten.

Size matters!

Auch wenn es immer wieder anders behauptet wird, auf die Größe kommt es sehr wohl an…zumindest auf der Suche nach dem passenden Schlafsack. Bei der Innenlänge des Schlafsacks sollten Sie einen Spielraum von etwa 10 cm miteinplanen. Dies gilt besonders für jene Personen, die sich im Schlaf gern bewegen, drehen, die Beine anwinkeln, seitlich liegen oder am liebsten bis zur Nasenspitze in der warmen Hülle verschwinden.
Tipp: Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Bei uns können Sie gerne testen, wer horizontal am besten zu Ihnen passt: Liegen Sie Ihren Schlafsack Probe und testen Sie, ob Ihre Lieblingsschlafposition gewährleistet ist!

Materieller Wert

Daune oder Kunstfaser? Was die Füllung betrifft, haben beide Varianten ihre Vor- und Nachteile. Ausschlaggebend sind Einsatzzweck des Schlafsackes, Gebiet und auch Dauer des Trips. So punktet eine Daunenfüllung nicht nur mit geringem Gewicht und Packmaß, sie bietet auch ein sehr gutes Isoliervermögen. Daunen nehmen die Feuchtigkeit, die der Körper in der Nacht abgibt auf, was für ein besonders angenehmes Schlafklima sorgt. In dieser Saugfähigkeit liegt aber gleichzeitig auch ihr Manko: Werden Daunen nämlich feucht oder sogar nass, verklumpen sie und isolieren damit nur noch minimal. Ein Daunenschlafsack muss daher jeden Morgen gelüftet und getrocknet werden – eine Angelegenheit, die in feucht-kaltem Klima schnell zur Geduldsprobe werden kann. Daunen werden auch beim Verstauen zusammengedrückt und benötigen eine gewisse Zeit, um wieder aufzuquellen. Ein wichtiges Maß dafür ist das Quellvermögen, das in cuin angegeben wird. Schlafsäcke mit mittlerem Quellvermögen weisen 500 cuin auf, gutes Quellvermögen ist mit 600 cuin gegeben, sehr gutes mit 730 cuin.

Einer Kunstfaser-Füllung setzt Feuchtigkeit nicht zu, da die Fasern nicht zusammenfallen können. Eine gute Isolierung ist daher auch im nassen Zustand noch gegeben. Ein Schlafsack mit Kunstfaserfüllung ist auch nicht so pflegeintensiv wie ein Daunenmodell. Er ist jedoch schwerer und hat ein größeres Packmaß.
Tipp: Kommt es bei Ihrem Trip auf das Gewicht und hohen Schlafkomfort an und geht es in ein trockenes Gebiet, ist man mit einem Daunenschlafsack gut beraten. Für Reisen in tropische Gebiete, Winter-Camping und Trips, bei denen nicht jedes Gramm zählt, bietet sich eine Kunstfaser-Füllung an.

Das Innenleben

Die Innenhülle der gängigsten Schlafsackmodelle besteht aus Nylon oder Polyester, Baumwolle oder Microfaser. Schlafsäcke mit Baumwoll-Innenhülle nehmen die Feuchtigkeit sehr gut auf, was den angenehmen Effekt hat, dass das Gewebe nachts nicht auf der Haut klebt. Der Nachteil ist jenem von Daunen ähnlich: Baumwolle muss morgens getrocknet werden und ist schwerer als die anderen verwendeten Materialien. Es eignet sich also nicht für feuchte Gebiete oder Winter-Camping. Nylon und Polyester sind sehr leichte Materialien, die sich schnell erwärmen. Ein Vorteil, den Frostbeulen zu schätzen wissen: Schließlich wird so das Innenleben des Schlafsacks rasch mollig warm. Wichtig beim Kauf: auf die Verarbeitung achten! Sogenannter Rip-Stop-Nylon weist starke Nylonfäden auf, die ins Gewebe eingearbeitet werden und so verhindern, dass sich ein eventueller Riss fortsetzt. Microfaser-Innenhüllen hingegen sind leichte Stoffe, die aber keine Feuchtigkeit aufnehmen.
Tipp: Bei Extremtemperaturen, sowohl im heißen, wie im kalten Bereich empfehlen sich Nylon- oder Polyester-Innenhüllen, zählt das Gewicht, ist man mit Microfaser gut beraten, bei trockenem und heißen Klima punktet man mit Baumwolle. Es gibt von allem ein bisschen? Dann lassen Sie sich von uns beraten – es gibt auch noch zahlreiche Mischvarianten!

Die Außenschicht

Auch bei der Außenhülle eines Schlafsackes muss auf das richtige Material gesetzt werden.  Grundsätzlich sind Nylon, Polyester und Microfaser-Stoff als leichte, atmungsaktive Materialien gut für die Außenschicht geeignet. Baumwollstoff wird hingegen häufig für Hüttenschlafsäcke eingesetzt. Der Stoff nimmt Feuchtigkeit leicht an und trocknet nur schwer.
Tipp: Wer sehr kalte Nächte ohne Zelt draußen genießen will, setzt am besten auf einen Biwacksack. Dieser besteht aus wasserdichtem Kunststoff und schützt vor Nässe, Schmutz und Wind. Da sich zwischen Schlaf- und Biwacksack jedoch Kondenswasser sammelt, ist der Einsatz im Winter nicht zu empfehlen.

Das Reißverschluss-System

Beim Schlafsack-Kauf zählt jedes Detail, so auch der Reißverschluss. Zunächst sollten Sie darauf achten, dass dieser aus strapazierfähigem Kunststoff besteht – so langlebige Freude an Ihrem neuen Produkt gewährleistet. Zudem empfiehlt sich ein Zwei-Wege-Reißverschluss. Auf diese Weise können Sie den Schlafsack beliebig von oben oder unten öffnen bzw. schließen und den Reißverschluss so gut zum Temperieren verwenden. Ein Komplettreißverschluss, der das Model rundum umgibt, sorgt dafür, dass aus dem Schlafsack mit einem Zipp eine Decke wird – optimal für lauere Sommernächte.
Tipp: Setzen Sie auf eine Reißverschlussabdeckung: Innen verhindert diese, dass man bei raschem Zuziehen den Stoff des Schlafsackes im Reißverschluss einklemmt, außen sorgt sie für zusätzlichem Schutz vor Wind und Feuchtigkeit.

Komfortabel, am Limit oder Extrem – der Temperaturbereich

Die Qualitätstangaben für Schlafsäcke sorgen bei Laien oft für Fragezeichen im Kopf...T comf, T lim, T ext, was bedeutet das bloß? Mit diesen Kürzeln geben Schlafsackhersteller nach verbindlicher EU-Norm den Temperaturbereich des Produktes an.
T comf bezeichnet dabei die Komforttemperatur. Das ist jene, bei der sich eine „Standard-Frau“ (25 Jahre, 1,60 m Köprergröße, 60 kg Gewicht) in langer, mittlerschwerer Funktionswäsche wohl fühlt.
T lim bezeichnet die Limittemperatur. Dieser Bereich wird für einen „Standard-Mann (25 Jahre, 173 cm Körpergröße, 70 kg Gewicht) berechnet, der gerade noch nicht friert.
Mit T ext ist die Extremtemperatur gemeint, also die niedrigste Verwendungstemperatur. Da Frauen allgemein kälteempfindlicher sind, als Männer, wird dieser Bereich für die „Standard-Frau“ ermittelt. Er gibt an, bei welchen Temperaturbedingungen ein Überleben im Schlafsack (mit Unterkühlung) noch möglich ist.
Tipp: Die Temperaturbereiche sind eine Orientierungshilfe beim Kauf. Da wir alle jedoch etwas individueller sind als Standard-Männer und -Frauen, unterschiedliches Kälte- und Hitzeempfinden aufweisen, mehr oder weniger schwitzen etc.,sollten diese subjektiven Kriterien auf jeden Fall in die Kaufentscheidung miteinbezogen werden.

Unter jedem starken Schlafsack liegt eine noch stärkere Matte

Man kann sich rundum noch so gut einpacken, schläft man auf dem puren Erdboden, wird es dennoch eine kalte Nacht. Denn: Egal wie viele Daunen oder Kunstfasern Ihr Schlafsack besitzt, diese werden ohne Unterlage unter Ihrem Gewicht zusammengedrückt und isolieren dann nicht mehr. Eine Matte muss also her! Eine bequeme Wahl: Selbstaufblasende Matten, sie bieten hohen Schlafkomfort und füllen sich ganz von selbst. Allerdings sind sie schwer. Kommt es also aufs Gewicht an, eignen sich diese nicht. Bei sehr tiefen Temperaturen greifen Sie am besten zu den klassischen Isomatten aus EVA-Schaum. Daneben eignen sich auch Rentierfelle zur Unterlage. Absolutes Minimum: Eine wasserdichte Folie oder ein Biwacksack, beides fungiert als wasserdichtes Bindeglied zwischen Schlafsack und Boden.
Tipp: Herkömmliche Luftmatratzen eignen sich übrigens nicht als Unterlage, da die Luft in ihrem Inneren zirkuliert und dadurch die Wärme an den Boden abgegeben wird.

Vermummt oder entblößt?

Hartnäckig hält sich die Mär: Nackt wird es im Schlafsack am schnellsten warm. Aber stimmt das? Nur, wenn eine andere nackte Person dort schon auf Sie wartet;) Ein Schlafsack allein hat nämlich nicht die Fähigkeit, Wärme zu erzeugen. Er kann nur die vom menschlichen Körper produzierte Wärme längstmöglich halten. Diese Wirkung wird von jeder Textilschicht, die man im Schlafsack trägt, zunächst verstärkt. Also im Zwiebellook in die wärmende Hülle? Auch das wäre falsch – ein Zuviel an Kleidung sorgt nämlich dafür, dass wir schwitzen. Die Feuchtigkeit wird vom Körper abgegeben und lässt uns dann als Verdunstungskälte schneller frösteln. Die Antwort liegt wie so oft in der Mitte: Eine dünne, wärmende Kleidungsschicht, etwa Funktionsunterwäsche, ist die richtige Wahl. Eine andere Volksweisheit stimmt aber übrigens: Die meiste Wärme geht über den Kopf verloren. Bei kalten Temperaturen also Kapuze oder Mütze auf!
Tipp: Wer denkt, Hochprozentiges hilft dabei, dass es im Schlafsack besonders schnell warm wird, sollte rasch umdenken. Alkohol hat nämlich genau den gegenteiligen Effekt und kühlt den Körper aus! Lieber abends eine warme Suppe löffeln:)

Carinthia G200Q

Two in one

Dieser Kunstfaserschlafsack lässt sich auch gut als Decke verwenden. Mit seinem warmen, hautfreundlichen Innenleben aus Baumwollmischgewebe und einer speziellen G-LOFT® Isolation  hält er warm bis unter den Gefrierpunkt und eignet sich auch gut als Hüttenschlafsack.

T comf:       3,9°

T lim:        -1,3°

Extreme   -16,9°

Gewicht:     1.900 g

Packmaß: 22 x 25 cm

Preis:         139,89 €

 

Jack Wolfskin Grow up Comfort

Wächst mit

Dieser Kunstfaserschlafsack ist extra für Kinder und Jugendliche entwickelt – und nach dem nächsten Wachstumsschub noch immer groß genug. Per Reißverschlussöffnung am Fußteil verlängert sich der Schlafsack um ganze 40 cm! Da muss man erst mal rauswachsen. Das Modell ist als Mumien- oder Deckenschlafsack nutzbar.

Längen: 150/190 cm

Mumienform

Mitwachsfunktion

Gewicht:     1.340 g

Packmaß: 33 x 23 cm

Preis:           89,95 €

 

Kompakt Down 3 Season Mammut

Feder-leicht

Die ultraleichten Materialien, die hohe Daunenqualität sowie der Regular Cut machen den Kompakt Down zu einem höchst komfortablen Leichtgewichtschlafsack. Die eigens entwickelte „Lightweight Trinity Construction“ sorgt für besonders gute Wärmeisolation im Kopf- und Fußbereich, eine Extra-Innentasche als sicheres Depot für Wertgegenstände.

T comf:        1°

T lim:        -7°

Extreme   -25°

Gewicht:        950 g (bei Größe 180 cm)

Packmaß: 42 x 20 cm

Preis:             329,95 €