Vertraue ich der Liebe auf den ersten Blick oder setze ich lieber auf die Devise: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet? Und woher weiß ich, dass er wirklich Mister Right ist? Wenn es um den Kauf eines Outdoor-Schuhs geht, gilt ähnliches wie in der Liebe: Der erste Eindruck ist viel wert, aber es empfiehlt sich, den Auserwählten etwas länger und genauer unter die Lupe zu nehmen. Sieben Tipps für eine erfolgsversprechende Verbindung!

Das perfekte Timing:

Morgenstund‘ mag Gold im Mund haben – die optimale Zeit für den Kauf eines Wander-, Trekking- oder Bergschuhs ist aber erst ab dem späten Nachmittag gekommen. Im Verlaufe des Tages schwellen die Füße nämlich leicht an – vor allem dann, wenn man viel auf den Beinen unterwegs ist. Die eigentliche Schuhgröße passt dann oft nicht mehr ideal. Dennoch sollte man nicht erst knapp vor Ladenschluss erscheinen, sondern noch genügend Zeit einplanen, um den Schuh im Geschäft ausreichend lange zu probieren.  Eine erste ausgedehnte Wanderung durch das Geschäft, ein kurzer Sprint mit abruptem Stopp, eine Einlage auf Zehenspitzen oder Treppensteigen – all das hilft dabei, dem gewählten Schuh genauer auf den Zahn zu fühlen.
Tipp: Bei uns laden nicht nur 3.000 m² Verkaufsfläche zu einer ersten Tour mit dem Wunsch-Schuh ein; auf unserem speziellen Kletterfelsen lässt sich das Schuhwerk auch schon auf Tauglichkeit im gebirgigen Gelände testen!

Wer passt zu mir?

Schmal- oder Breit-, Spreiz- oder Senkfuß? Hoher Rist? Einen Hallux? Orthopädische Einlagen oder Gelenksprobleme? Bei der Wahl des richtigen Schuhs ist zunächst auf die Fußform, eventuelle Vorverletzungen oder chronische Probleme zu achten. Generell gilt: Der Schuh sollte am Mittelfuß fest sitzen und gleichzeitig den Zehen genügend – etwa einen fingerbreit –  Spielraum gewähren. Dieser zusätzliche Platz, der auch Zugabe genannt wird, ist besonders wichtig, wenn es bergab geht, denn dann rutschen die Füße im Schuh etwas nach vorne.
Ebenfalls wichtig: Die Ferse darf im Schuh nicht rutschen, denn sonst sind Blasen garantiert. Tipp: Wer orthopädische Einlagen oder spezielle Wandersocken verwendet – beides unbedingt zum Probieren mitbringen!

Berg oder Tal

Auch der Untergrund spielt beim Schuhkauf eine wichtige Rolle. Für leichte Wanderungen auf befestigten Wegen eignen sich All-Terrain-Schuhe am besten. Sie sind sehr leicht und verfügen über eine flexible Sohle. Wer Touren in unwegsamem Gelände plant, ist mit einem Trekkingschuh gut beraten. Eine feste, griffige Sohle sorgt für den richtigen Halt auf unbefestigten Wegen und die gute Dämpfung dieser Schuhe ermöglicht auch Trips mit schwerem Gepäck. Wenn es hoch hinaus in alpine Höhen gehen soll, sind Bergschuhe die richtige Wahl. Sie sind schwere, feste Modelle, die für sicheren Halt sorgen. An der stabilen Sohle können problemlos Steigeisen für Touren in Schnee und Eis befestigt werden.
Tipp: Wer die Natur auf unwegsamem Terrain erkunden möchte, sollte immer ein knöchelhohes Modell wählen. Aber auch unerfahrene Wanderer oder Personen mit Vorbelastungen wie etwa Gelenksverletzungen sollten auf hohe Schuhe setzen. Sie sorgen für Halt und Stabilität und beugen Verletzungen vor.

Das richtige Material

GORE-TEX® oder Lederfutter? Wer sich zwischen den beiden hauptsächlich verwendeten Materialien entscheiden muss, sollte das Wetter und die Länge der Tour miteinbeziehen. Schuhe mit Lederfutter bieten ein komfortables Tragegefühl, da sie sich mit der Zeit perfekt an den Fuß anpassen. Wer allerdings auf durchgehend trockene Füße setzen möchte, ist mit einem GORE-TEX®-Innenleben auf der sicheren Seite. Denn: Schuhe mit Lederfutter müssen erst imprägniert werden, um keine Feuchtigkeit durchzulassen und trocknen auch langsamer, als ihre wasserdichten Kollegen. Andererseits kann es in Schuhen mit GORE-TEX®-Innenleben bei sommerlichen Temperaturen schneller zu heißen und/oder schwitzenden Füßen kommen. Schließlich kommt es aber auch auf die persönlichen Vorlieben an. Viele Hersteller bieten ihre Modelle in beiden Futter-Varianten an – ausprobieren geht also über studieren!
Tipp: Leder ist besonders bei Tagestouren zu empfehlen, oder dann, wenn man die Schuhe jede Nacht ausgiebig trocknen kann. Bei Mehrtagestouren ohne gute Trocknungsmöglichkeit oder in dauerhaft nasser Umgebung empfiehlt sich GORE-TEX®.

O Sohle mio

Gute Materialien und eine gute Verarbeitung sind das wesentliche Qualitätskriterium eines Wander-, Trekking- und Bergschuhs. Besonders wichtig ist eine rutschfeste, abriebsichere Sohle, die je nach Terrain fest oder flexibel sein kann.
Tipp: Je nach Terrain und Ausrichtung gibt es eine Vielzahl von unterschiedlich starken, robusten und flexiblen Sohlen. Unser Team berät euch gerne und findet den passenden Schuh für euch!

Mach dich auf die Socken

Wandersocken tragen ihren Namen nicht zu unrecht. Jeder, der schon einmal stundenlang in festem Schuhwerk quer durch die Natur gelaufen ist, weiß ihre Qualität zu schätzen. Denn: Wandersocken weisen im Zehen- und Fersenbereich eine spezielle Verstärkung auf, die extra Halt gewährt und ein Rutschen im Schuh verhindert. So wird auch der Blasenbildung der Kampf angesagt! Grundsätzlich bestehen Wandersocken entweder aus Kunst- oder Naturfasern. Kunstfaser-Socken trocknen sehr schnell und wirken kühlend. Ihr Nachteil: Sie können sehr geruchsintensiv werden! Naturfasersocken – als Material hat sich hier Merino-Wolle am besten bewährt – trocknen nicht ganz so schnell, sorgen aber für ein gutes Fuß-Klima. Zudem riecht diese Variante auch nach mehreren Tagen noch vergleichsweise angenehm. Für all jene, die sich nicht entscheiden können: Es gibt auch Misch-Varianten!
Tipp: Die Socken vor dem Wandern nicht waschen und auch direkt nach dem Kauf höchstens mit klarem Wasser spülen, um Waschmittelrückstände zu vermeiden!

Drum prüfe, wie du bindest

Ist der passende Schuh gefunden, empfiehlt es sich, diesen vor der eigentlichen Wanderung ausgiebig einzulaufen. Schließlich muss sich der Fuß genauso an den Schuh gewöhnen, wie der Schuh an den Fuß. Bevor es losgeht – den Schuh richtig anziehen! Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Wichtig ist: Testen Sie den Schuh bereits mit den Socken, die sie beim Wandern tragen wollen und geben Sie vor dem Schnüren darauf acht, dass die Lasche sich in der Mitte befindet. Auch die richtige Schnürung will gelernt sein: Schnüren Sie die Wanderschuhe nicht zu fest, damit der Fuß nicht gleich von Anfang an unter Druck steht. Mit ein wenig Geschick können Sie die Schnürung auch unterschiedlich gestalten, damit der Schuh rund um den Fuß locker sitzt, aber am Knöchel dennoch guten Halt findet. Gerade die Einlaufphase bietet eine gute Gelegenheit, herauszufinden, was für einen selbst optimal ist.
Tipp: Ziehen Sie die neuen Schuhe zuerst für ein paar Stunden zu Hause an und integrieren Sie sie langsam in den Alltag. Haben Sie sich aneinander gewöhnt? Dann wagen Sie einen ersten Spaziergang miteinander. Hat sich das neue Schuhwerk schließlich auch auf einer mehrstündigen Wanderung bewährt, steht Ihrem gemeinsamen Abenteuer nichts mehr im Wege!

Ausgeklügelte Sohle

Salewa griff bei der Sohlenkonzeption auf das Know-how des Reifenherstellers Michelin® zurück. Die Frucht der Kooperation: eine spezielle Outdoor-Sohle mit einer dreidimensionalen, tiefen Stollenstruktur. Inspiriert von Mountainbike-Reifen verleiht sie eine hervorragende Griffigkeit für Hangquerungen und bietet optimale Anpassungsfähigkeit an weiches und unebenes Gelände.Salewa Wander Hiker GTX

Memory Foam System

Meindl Vakuum

Das Memory Foam System von Meindl verspricht die perfekte Anpassung an den Fuß. Die speziell entwickelte Schaum-Kombination im Schaftbereich wird durch die Körpertemperatur verformt und nimmt exakt die Form des Fußes an.

Viel Freiraum

HANWAG Alta Bunion

Der HANWAG Alta Bunion wurde speziell für Menschen mit einem Hallux Valgus (Schiefstand der Großzehe) entwickelt. Er bietet dem Grundgelenk der Großzehe wesentlich mehr Platz.